Warum sind die Löhne in Liechtenstein höher als in Österreich?
Liechtenstein zahlt höhere Löhne, weil das Land eine der höchsten Wirtschaftsleistungen pro Kopf weltweit erzielt. Die starke Industrie und der Finanzplatz treiben die Gehälter nach oben.
Vier Gründe stehen hinter dem Lohnvorsprung:
- Ein exportstarker Industriesektor mit hoher Wertschöpfung
- Ein Finanzplatz mit gut bezahlten Fachstellen
- Ein spürbarer Fachkräftemangel, der Löhne anhebt
- Die Auszahlung in Schweizer Franken, einer stabilen Währung
Dazu kommt die räumliche Nähe zur Schweiz. Liechtenstein steht im direkten Wettbewerb um dieselben Fachkräfte und muss auf dem Franken-Niveau mithalten.
Wo verdienst du mehr: in Liechtenstein oder in der Schweiz?
In Liechtenstein verdienst du im Median etwas mehr als in der Schweiz. Der Liechtensteiner Median liegt bei 7.401 CHF, der Schweizer Wert bei 7.024 CHF pro Monat (Bundesamt für Statistik).
Der Vergleich beider Länder im Überblick:
- Median Liechtenstein: 7.401 CHF brutto pro Monat
- Median Schweiz: rund 7.024 CHF brutto pro Monat
- Beide Länder zahlen in Schweizer Franken und in der Regel 13 Monatslöhne
- Durch den etwas höheren Median fällt das verfügbare Einkommen in Liechtenstein häufig höher aus als in der Schweiz
Für dich als Grenzgänger zählt neben dem Lohn auch der Arbeitsweg. Ein Job in Vaduz oder Schaan ist aus Vorarlberg oft näher als eine Stelle tief in der Ostschweiz.
In welchen Berufen ist der Lohnunterschied zu Österreich am größten?
Der Lohnunterschied liegt je nach Beruf zwischen dem 1,9- und dem 3,3-Fachen. Am größten ist er bei IT- und Büroberufen, am kleinsten in der diplomierten Pflege und bei Architekten.
Der Abstand nach Berufsgruppe:
- Größter Abstand: Informatiker (rund 3,3-fach), Buchhalter (rund 2,9-fach), Physiotherapeut (rund 2,7-fach)
- Mittlerer Abstand: Verkäufer, Maurer und Tischler (rund 2,4- bis 2,5-fach)
- Kleinster Abstand: diplomierte Pflegefachkraft (rund 1,9-fach), Architekt und Bankangestellter (rund 2,0-fach)
Der Grund liegt im österreichischen Lohnniveau. Wo Österreich gut zahlt, etwa in der regulierten Pflege, schrumpft der Abstand. Bei IT- und Büroberufen zieht das Franken-Niveau am stärksten davon.