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Krankenversicherung für Grenzgänger 
(Schweiz und Liechtenstein)

Als Grenzgänger aus Österreich hast du bei der Krankenversicherung ein besonderes Wahlrecht. Im Rahmen dieses Optionsrechts entscheidest du, ob du im Beschäftigungsstaat gesetzlich versichert bleibst oder dich in Österreich absicherst. Je nach Situation kommt dabei auch eine private Krankenversicherung in Betracht.

Diese Entscheidung kann mehrere hundert Euro pro Monat ausmachen. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell liegen schnell mehrere hundert Euro, dazu kommen große Unterschiede bei Leistung und Selbstbehalt.

Hier erfährst du, wo du versichert sein musst, welche Modelle es gibt, was sie aktuell kosten und wie du das richtige für deine Situation findest.

Krankenversicherung Grenzgänger
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Das Wichtigste in Kürze

  • Als Grenzgänger wählst du zwischen der Versicherung im Arbeitsland (Schweizer KVG oder Liechtensteiner OKP) und Österreich (freiwillig ÖGK oder privat).

  • Dein Optionsrecht gilt nur 3 Monate ab Arbeitsbeginn, danach erlischt es.

  • Die freiwillige ÖGK kostet bis aktuell 565,25 € pro Monat, die private Krankenversicherung hat einen festen Beitrag nach Alter und Gesundheit.

  • Für viele junge und gesunde Grenzgänger ist die private Krankenversicherung wirtschaftlich attraktiv, bei Familie mit einem Verdiener oft die ÖGK. 

So solltest du vorgehen

  • Kläre deine Krankenversicherung vor dem ersten Arbeitstag, weil das Optionsrecht nur 3 Monate gilt.

  • Vergleiche die drei Modelle in der Tabelle weiter unten: freiwillige ÖGK, Versicherung im Arbeitsland und private Krankenversicherung.

  • Prüfe bei Familie, ob eine kostenlose Mitversicherung über die ÖGK möglich ist.

  • Hol dir einen unabhängigen Vergleich, bevor du dich festlegst, weil ein falsches Modell teuer wird.

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Wer gilt als Grenzgänger?

Als Grenzgänger giltst du, wenn du in Österreich wohnst und mindestens einmal pro Woche über die Grenze zu deinem Arbeitgeber in der Schweiz oder Liechtenstein pendelst. Reine Dienstreisen ins Ausland zählen nicht.

Die Österreichische Gesundheitskasse definiert es so: „Als Grenzgängerin und Grenzgänger pendeln Sie täglich oder zumindest einmal pro Woche von Ihrem Wohnort über eine Staatsgrenze zur Arbeit in einen anderen Staat. Die Regeln gelten nicht bei Entsendung ins Ausland.“

Für die Arbeit in der Schweiz brauchst du eine Grenzgängerbewilligung (Bewilligung G), die in der Regel über deinen Arbeitgeber beantragt wird. Für Liechtenstein brauchst du eine Grenzgängermeldebestätigung, die du binnen 10 Tagen nach Stellenantritt selbst online beantragst.

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🔍 Info: Arbeitest du dauerhaft ausschließlich im Homeoffice in Österreich, liegt der Beschäftigungsschwerpunkt regelmäßig in Österreich. Dadurch gelten häufig andere sozialversicherungsrechtliche Regeln als für Grenzgänger, und du bist in der Regel in Österreich krankenversicherungspflichtig.

Wo musst du dich als Grenzgänger krankenversichern?

In Österreich, der Schweiz und Liechtenstein gilt Krankenversicherungspflicht. Als Grenzgänger hast du aber ein Wahlrecht, das sogenannte Optionsrecht: Du entscheidest, in welchem Land und in welcher Form du dich versicherst.

Diese Optionen stehen dir offen:

  • Gesetzlich im Arbeitsland: Schweizer KVG oder Liechtensteiner OKP
  • Freiwillig gesetzlich in Österreich über die ÖGK
  • Privat in Österreich über eine private Krankenversicherung

Anders als viele Arbeitnehmer in Österreich musst du dich also nicht zwingend gesetzlich versichern. Je nach Ausübung des Optionsrechts kann eine private Krankenversicherung die passende Lösung sein.

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⚠️ Achtung: Deine Wahl musst du innerhalb der ersten 3 Monate deiner Erwerbstätigkeit treffen. Verpasst du die Frist, bleibt die gesetzliche Versicherungspflicht in deinem Beschäftigungsstaat bestehen, und dein Optionsrecht erlischt. Kläre die Krankenversicherung deshalb am besten vor dem ersten Arbeitstag.

Welche Krankenversicherung passt zu dir? Die Modelle im Vergleich

Für viele junge und gesunde Grenzgänger ist die private Krankenversicherung wirtschaftlich attraktiv. Bei Vorerkrankungen, im höheren Alter oder bei einer Familie mit nur einem Verdiener sind die ÖGK oder die Versicherung im Arbeitsland oft die bessere Wahl.

Die drei Versicherungsmodelle im direkten Vergleich:

Kriterium

Freiwillig ÖGK (Österreich)

KVG (Schweiz) / OKP (Liechtenstein)

Private KV (Österreich)

Beitrag

einkommensabhängig, bis 565,25 € pro Monat

Pauschalprämie: OKP Liechtenstein im Mittel 385,70 CHF, Schweiz je nach Kasse und Region

fester Beitrag nach Alter und Gesundheit, unabhängig vom Einkommen

Selbstbehalt / Franchise

keiner (nur Rezeptgebühr)

Liechtenstein 900 bis 4.000 CHF, Schweiz 300 bis 2.500 CHF

je nach Tarif, oft gering oder keiner

Arbeitgeberanteil

nein, du zahlst alles selbst

Liechtenstein gesetzlicher Beitrag (aktuell rund 180,50 CHF), Schweiz 0 %

nein

Familie mitversichern

ja, kostenlos für nicht erwerbstätige Angehörige

nein, eigener Vertrag pro Person

nein, Partner ggf. über die ÖGK

Gesundheitsprüfung

nein

nein

ja

Leistungsniveau

gesetzliche Grundversorgung

gesetzliche Grundversorgung

je nach Tarif: freie Arztwahl, Privatkrankenhaus, kürzere Wartezeit

Welche Variante für dich am günstigsten ist, hängt von deinem Lohn, deinem Alter, deiner Gesundheit und deiner Familie ab. Die folgenden Abschnitte erklären jedes Modell im Detail.

Was kostet die Krankenversicherung für Grenzgänger?

Die Kosten hängen vom Modell ab: Die freiwillige ÖGK ist einkommensabhängig bis zum Höchstbeitrag, die Prämien im Arbeitsland sind pauschal, und die private Krankenversicherung richtet sich nach Alter und Gesundheit.

Die aktuellen monatlichen Richtwerte für einen erwachsenen Grenzgänger:

Modell

Beitrag pro Monat (Richtwert)

Berechnung

Freiwillig ÖGK (Österreich)

bis 565,25 €

einkommensabhängig bis zur Höchstbeitragsgrundlage

OKP Liechtenstein

rund 385,70 CHF (mittlere Prämie)

Pauschalprämie, Arbeitgeber zahlt die Hälfte

KVG Schweiz

je nach Versicherer, Alter und Grenzgängerprämie, häufig 350 bis 500 CHF

Pauschalprämie, du zahlst zu 100 % selbst

Private KV (Österreich)

je nach Eintrittsalter und Tarif, häufig 150 bis 500 €

fester Beitrag nach Eintrittsalter und Tarif

Weil die Löhne im Arbeitsland höher sind, zahlen viele Grenzgänger bei der ÖGK den vollen Höchstbeitrag. Junge und gesunde Grenzgänger fahren mit der privaten Krankenversicherung oft am günstigsten.

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Wie funktioniert die Krankenversicherung in Liechtenstein (OKP)?

In Liechtenstein zahlst du eine feste Pauschalprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), unabhängig von Einkommen und Alter. Die mittlere Prämie für Erwachsene liegt aktuell bei rund 385,70 CHF pro Monat.

Das solltest du zur OKP wissen:

  • Prämie: im Mittel 385,70 CHF pro Monat, die Standardprämie liegt bei 427,13 CHF
  • Arbeitgeberanteil: dein Arbeitgeber leistet einen gesetzlich festgelegten Beitrag von aktuell rund 180,50 CHF pro Monat, das entspricht der Hälfte des Prämien-Landesdurchschnitts
  • Franchise: gesetzlich zwischen 900 und 4.000 CHF pro Jahr, eine höhere Franchise senkt die Prämie
  • Abzug: häufig zieht der Arbeitgeber den Beitrag direkt vom Lohn ein, das hängt vom Versicherer ab

Behandlungen in Österreich lässt du am besten bei einem Arzt mit OKP-Vertrag machen. Ohne Vertragsarzt kann die OKP die Kostenübernahme einschränken oder verweigern. Mit der erweiterten OKP (eOKP) für rund 40 CHF pro Monat kannst du dich auch bei Nicht-Vertragsärzten behandeln lassen.

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⚠️ Achtung: Ohne eOKP und ohne Vertragsarzt kann es sein, dass du bei einer Behandlung in Österreich einen großen Teil der Kosten selbst trägst. Kläre vor einem Arztbesuch, ob die Praxis einen OKP-Vertrag hat.

Wie funktioniert die Krankenversicherung in der Schweiz (KVG)?

In der Schweiz ist die Grundversicherung nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) Pflicht, die Prämie zahlst du zu 100 % selbst. Es gibt über 30 zugelassene Kassen, deren Prämien sich um über 100 CHF pro Monat unterscheiden. Nicht jede Kasse bietet aber Grenzgängertarife für den Wohnsitz Österreich an, in der Praxis ist die Auswahl deshalb kleiner.

Die Prämie hängt von drei Faktoren ab:

  • Prämienregion: als Grenzgänger fällst du in eine eigene Region, weil du in Österreich wohnst
  • Krankenkasse: jede der über 30 Kassen legt ihre Prämie selbst fest
  • Franchise: wählbar zwischen 300 und 2.500 CHF pro Jahr

Anders als in Liechtenstein und Österreich beteiligt sich dein Arbeitgeber nicht. Die Beiträge zahlst du aus deinem Nettolohn. Ein Vergleich der Kassen lohnt sich wegen der großen Prämienunterschiede.

Mit der Anspruchsbescheinigung S1 hast du Zugang zur Grundversorgung in Österreich. Bestimmte geplante Behandlungen brauchen aber vorab eine Genehmigung deiner Schweizer Kasse. Bei Notfall oder Unfall bist du auch ohne Genehmigung gedeckt.

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💡 Tipp: Wie viel netto nach Prämien und Abzügen übrig bleibt, siehst du im Brutto-Netto-Rechner für Grenzgänger. Rechne die KVG-Prämie mit ein, weil sie voll von deinem Nettolohn abgeht.

Wann lohnt sich die freiwillige Versicherung in Österreich (ÖGK)?

Die freiwillige Versicherung in der ÖGK lohnt sich vor allem, wenn du deine Familie kostenlos mitversichern willst oder wegen einer Vorerkrankung keine private Versicherung bekommst. Sie kennt keine Gesundheitsprüfung.

Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Beitrag: einkommensabhängig bis zur Höchstbeitragsgrundlage, viele Grenzgänger zahlen den Höchstbeitrag von aktuell 565,25 € pro Monat
  • Kein Arbeitgeberanteil, weil dein Arbeitgeber nicht in Österreich sitzt
  • Kein starker Selbstbehalt bei Vertragsärzten, nur Rezeptgebühr und Zuzahlungen
  • Familie: nicht erwerbstätige Angehörige sind kostenlos mitversichert

Der Nachteil: Weil die Schweizer und Liechtensteiner Löhne höher sind, zahlst du oft den vollen Höchstbeitrag. Und bei Behandlungen im Arbeitsland rechnet die ÖGK nach österreichischem Tarif ab, sodass Eigenanteile entstehen können.

Wann lohnt sich die private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung ist für viele junge und gesunde Grenzgänger attraktiv, weil der Beitrag fest ist und die Leistung je nach Tarif höher liegt. Ob sie günstiger ausfällt, hängt von Eintrittsalter und Gesundheit ab. Voraussetzung ist eine Gesundheitsprüfung.

Die Vorteile im Überblick:

  • Fester Beitrag nach Alter und Gesundheit, unabhängig vom Einkommen
  • Je nach Tarif hohe Leistung: freie Arztwahl, Privatkrankenhaus, kürzere Wartezeiten
  • Je nach Tarif Behandlung in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein, oft ohne Formularaufwand
  • Hohe Kostenübernahme beim Arzt und im Krankenhaus, abhängig von Tarif und Höchstgrenzen

Der Haken ist die Gesundheitsprüfung. Bei einer Vorerkrankung kann die Versicherung dich ablehnen. Als Makler stellen wir dazu eine anonyme Risikovoranfrage, ob dich ein Versicherer aufnimmt.

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Eine private Krankenversicherung erfüllt dein Optionsrecht nur, wenn sie den gesetzlichen Anforderungen an eine Vollversicherung entspricht und die zuständigen Behörden im Arbeitsland die Befreiung von der KVG- oder OKP-Pflicht anerkennen. Ein spezialisierter Makler achtet auf diese Voraussetzungen.

💡 Tipp: Auch mit Vorerkrankung ist eine private Absicherung oft möglich. Vor dem Antrag lohnt sich eine Risikovoranfrage, damit ein Ablehnungsvermerk erst gar nicht entsteht. Unser Team übernimmt das für dich.

⚠️ Achtung: Wer als Grenzgänger einmal privat versichert ist, kann in der Regel nicht mehr in die freiwillige Selbstversicherung der ÖGK zurück (Quelle: Österreichische Gesundheitskasse). Nur ein Statuswechsel, etwa das Ende der Grenzgängertätigkeit, ändert die Ausgangslage. Prüfe diese Entscheidung deshalb gründlich, bevor du wechselst.

Wie werden deine Behandlungen abgerechnet?

Wie du Behandlungen abrechnest, hängt davon ab, wo du versichert bist und wo du dich behandeln lässt. Für die häufigsten Fälle gibt es die Formulare S1 und S2.

So läuft die Abrechnung:

  • Versichert in der Schweiz oder Liechtenstein, Behandlung in Österreich: mit dem Formular S1 (Wohnortbescheinigung, früher E106) bekommst du eine e-Card und musst nicht in Vorkasse gehen
  • Freiwillig in Österreich versichert, geplante Behandlung im Arbeitsland: dafür brauchst du das Formular S2 (früher E112) und ein ärztliches Gutachten
  • Notfall und Unfall: hier bist du in allen Modellen ohne Vorabgenehmigung gedeckt

Formular S1 und die e-Card beantragst du kostenlos. Ohne das passende Formular gehst du oft in Vorkasse und bekommst die Kosten erst später erstattet.

Wie ist deine Familie als Grenzgänger versichert?

Kostenlos mitversichern kannst du deine Familie nur in der ÖGK. Bei der Schweizer KVG, der Liechtensteiner OKP und der privaten Krankenversicherung braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag.

Die wichtigsten Konstellationen:

  • Partner in Österreich erwerbstätig: eure Kinder sind über den Partner kostenlos in der ÖGK mitversichert, auch wenn du privat oder im Arbeitsland versichert bist
  • Du als Alleinverdiener, versichert im Arbeitsland: jedes Kind braucht einen eigenen Vertrag, in Liechtenstein sind Kinder unter 16 Jahren beitragsfrei, in der Schweiz kostet ein Kind rund 117,50 CHF
  • Du privat versichert, Partner ohne Job: der Partner kann sich freiwillig über die ÖGK versichern und die Kinder dort kostenlos mitnehmen

Mehr dazu liest du im Ratgeber zur Familienversicherung für Grenzgänger. Gerade bei größeren Familien entscheidet die Wahl über mehrere hundert Euro im Monat.

Was gilt bei Homeoffice und beim Wechsel der Versicherung?

Solange du unter 50 % deiner Arbeitszeit im Homeoffice in Österreich verbringst, bleibt dein Grenzgängerstatus und dein Optionsrecht in der Regel erhalten. Diese Grenze beruht auf einer EU-Rahmenvereinbarung, im Einzelfall können weitere Abkommen und Voraussetzungen gelten.

Das solltest du beachten:

  • Unter 50 % Homeoffice (Richtwert 49,9 %): Versicherung im Arbeitsland und Optionsrecht bleiben
  • Über 50 % Homeoffice: die Zuständigkeit kann nach Österreich wechseln, dann verlierst du das Optionsrecht
  • Wechsel nur mit Anlass: dazu zählen unter anderem Arbeitslosigkeit, ein Arbeitgeberwechsel, Heirat oder die Geburt eines Kindes
    • Das Optionsrecht kannst du nur einmal ausüben

Die genauen Homeoffice-Grenzen erklärt der Ratgeber zum Homeoffice für Grenzgänger. Beachte, dass Steuer und Sozialversicherung getrennt zu betrachten sind.

Wann ist eine Zusatzversicherung sinnvoll?

Eine Zusatzversicherung ist sinnvoll, wenn dir die gesetzliche Grundleistung nicht reicht. Gerade Zahnbehandlungen sind in der Schweiz nur in Ausnahmefällen gedeckt, in Österreich und Liechtenstein sind viele Zusatzleistungen ebenfalls nicht abgesichert.

Typische Zusatzleistungen, die du absichern kannst:

  • Privatkrankenhaus oder Halbprivat und Chefarztbehandlung
  • Zahnersatz und Zahnbehandlungen
  • Alternativmedizin sowie Brillen und Kontaktlinsen
  • Behandlungen im Ausland

Auch für die Zusatzversicherung gilt eine Gesundheitsprüfung mit einem Abfragezeitraum, der je nach Versicherer fünf bis zehn Jahre umfasst. Beantworte die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß, sonst kann die Versicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigern.

Kannst du die Krankenversicherung steuerlich absetzen?

Ja, die Beiträge zu deiner Pflichtkrankenversicherung können in der Regel als Werbungskosten abgesetzt werden, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das betrifft die freiwillige ÖGK-Selbstversicherung, die Schweizer KVG und die Liechtensteiner OKP, weil sie deine gesetzliche Pflichtversicherung ersetzen. Auch die private Grenzgängerversicherung ist bis zum Höchstbeitrag der ÖGK steuerlich absetzbar.

Eine reine private Zusatzversicherung ist dagegen seit 2021 steuerlich nicht mehr absetzbar. Du gibst die absetzbaren Beiträge in deiner österreichischen Einkommensteuererklärung an.

🔍 Info: Die Einordnung als Werbungskosten ist für dich günstiger als eine beschränkte Sonderausgabe, weil du die Beiträge in voller Höhe geltend machst. Bei einer privaten Krankenversicherung, die deine Pflichtversicherung ersetzt, lohnt sich zur Einstufung eine steuerliche Beratung.

Fazit: Welche Krankenversicherung ist für Grenzgänger sinnvoll?

Als Grenzgänger stehen dir mehr Optionen offen als vielen anderen Arbeitnehmern in Österreich. Für viele junge und gesunde Grenzgänger ist die private Krankenversicherung wirtschaftlich attraktiv, weil der Beitrag fest ist und die Leistung je nach Tarif höher liegt.

Bei einer Vorerkrankung oder einer Familie mit einem Verdiener können die ÖGK oder die Versicherung im Arbeitsland besser passen. Welches Modell für dich am günstigsten ist, hängt von deinem Lohn, deinem Alter und deiner Familie ab.

Weil ein falsches Modell teuer wird und das Optionsrecht nur einmal gilt, lohnt sich ein unabhängiger Vergleich. Unser Team rechnet deinen Fall ungebunden durch und findet die Versicherung, die zu dir passt.

FAQ: Krankenversicherung für Grenzgänger

Wo bin ich als Grenzgänger aus Österreich krankenversichert?

Du hast ein Wahlrecht: entweder im Arbeitsland über die Schweizer KVG oder die Liechtensteiner OKP, oder in Österreich freiwillig über die ÖGK oder privat. Diese Entscheidung musst du innerhalb von 3 Monaten nach Arbeitsbeginn treffen.

Was kostet die Krankenversicherung für Grenzgänger?

Die freiwillige ÖGK richtet sich nach deinem Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Wegen der hohen Löhne im Arbeitsland zahlen viele Grenzgänger den Höchstbeitrag von aktuell 565,25 € pro Monat. Die OKP in Liechtenstein liegt im Mittel bei 385,70 CHF, in der Schweiz hängt die Prämie von Kasse und Region ab. Eine private Krankenversicherung hat einen festen Beitrag nach Alter und Gesundheit.

Lohnt sich für Grenzgänger die private Krankenversicherung?

In vielen Fällen ja, weil der Beitrag fest kalkuliert wird und je nach Alter, Gesundheit und Tarif günstiger sein kann. Voraussetzung ist eine Gesundheitsprüfung. Ob sie sich für dich lohnt, hängt von Alter, Gesundheit und Familiensituation ab.

Wie lange habe ich Zeit für das Optionsrecht?

Du hast 3 Monate ab Beginn deiner Erwerbstätigkeit. Wählst du in dieser Frist nicht, bleibt die gesetzliche Versicherungspflicht in deinem Beschäftigungsstaat bestehen und dein Optionsrecht erlischt.

Kann ich als Grenzgänger meine Familie mitversichern?

Kostenlos nur in der ÖGK für nicht erwerbstätige Angehörige. Bei der KVG, OKP und der privaten Krankenversicherung braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag. In Liechtenstein sind Kinder unter 16 Jahren beitragsfrei.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung im Homeoffice?

Solange du unter 50 % im Homeoffice in Österreich arbeitest, bleibt dein Optionsrecht in der Regel bestehen. Überschreitest du die Grenze, kann die Zuständigkeit nach Österreich wechseln, dann verlierst du die Wahl. Die Grenze beruht auf einer EU-Rahmenvereinbarung, im Einzelfall lohnt sich eine Prüfung.

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