Familienversicherung in der Schweizer KVG und Unterschiede zur österreichischen Gesundheitskasse
Einzelversicherungspflicht für jedes Familienmitglied
Anders als in Österreich gibt es nicht die klassische Familienversicherung. Denn in Österreich hat man die Möglichkeit, seine Familienangehörigen, wenn diese nicht erwerbstätig sind, kostenfrei in der ÖGK mitzuversichern.
In der Schweiz hingegen ist es so, dass jedes Familienmitglied eine eigene Versicherung braucht. Dementsprechend muss jedes Familienmitglied auch einen eigenen Beitrag zahlen.
Franchise und Selbstbehalt: Auswirkungen für Familien mit Kindern
Franchise
Einer der größten Unterschiede im Vergleich zur ÖGK ist die sogenannte Franchise. Die Franchise ist eine Selbstbeteiligung. Das bedeutet, dass man im Falle einer Behandlung einen Teil der Kosten selbst bezahlen muss. Die Franchise kann man dabei jedes Jahr frei wählen und gilt für jeden Vertrag separat. Sie kann zwischen 300 CHF bis hin zu 2.500 CHF pro Jahr betragen. Kinder unter 18 Jahren zahlen keine Franchise. Sie sind davon befreit. Die Höhe der Franchise kann man jedes Jahr anpassen. Eine höhere Franchise bedeutet auch gleichzeitig ein günstigerer Beitrag.
Selbstbehalt
Zusätzlich zur Franchise gibt es noch den Selbstbehalt. Dieser beträgt 10 % der Kosten, die nach Erreichen der Franchise anfallen. Wenn du also bereits deine Franchise von z.B. 500 CHF/Jahr erreicht hast, musst du dich trotzdem noch einmal an den Kosten deiner Behandlung beteiligen.
Dieser Selbstbehalt beträgt 10 % der Behandlungskosten bis zu einer jährlichen Obergrenze von:
- 700 CHF für Erwachsene
- 350 CHF für Kinder
Anders als beim Franchise sind Kinder nicht vom Selbstbehalt befreit.
Gerade wenn man eine große Familie hat, kann das sehr schnell sehr teuer werden. Denn wird die Franchise und Selbstbeteiligung nicht auf die Familie, sondern pro Vertrag gerechnet.
Wenn man also sich selbst, 2 Kinder und den Ehepartner mit einer Franchise von 500 CHF pro Jahr absichert, kann diese bis zu 2.000 CHF + 2.100 CHF an Selbstbehalt zusätzlich zu den monatlichen Beiträgen betragen.
Beiträge für Erwachsene und Kinder – typische Kostenrahmen
Wie viel man für eine Krankenversicherung in der Schweiz zahlen muss, ist anders als in Österreich nicht vom Einkommen abhängig, sondern von folgenden Faktoren:
- Versicherungsgesellschaft/Kasse
- Franchise (Selbstbehalt)
- Wohnort/Prämienregion
In der Schweiz gibt es 37 zugelassene Krankenkassen, über die man sich und seine Familie versichern lassen kann. Vor dem Abschluss einer Krankenversicherung sollte man sich unabhängig beraten lassen, denn der Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Krankenkasse in der Schweiz beträgt ca. 100 CHF/Monat.
Im Durchschnitt wird man in der Schweiz 2026 eine Prämie von 393,30 CHF pro Monat bezahlen. Kinder zahlen hingegen einen reduzierten Beitrag. Dieser beträgt im Durchschnitt 117,50 CHF.
Leistungsumfang der KVG-Versicherung für Familien (Arzt, Spital, Geburt, Zahnbehandlung)
Ein weiterer Unterschied ist der Leistungsumfang der Schweizer Krankenversicherung. Damit du dir einen besseren Überblick verschaffen kannst, wie sich die Leistungen unterscheiden, haben wir eine kleine Tabelle gebaut, die die Unterschiede aufzeigt: