Du arbeitest in Österreich und überlegst, zusätzlich einen Job in der Schweiz oder Liechtenstein anzunehmen? Oder du bist bereits in der Schweiz angestellt und willst nebenberuflich in Österreich tätig sein? Das ist möglich, aber es gelten ganz andere Regeln als für einen „normalen“ Grenzgänger.
In meiner Beratungspraxis begegne ich dieser Situation immer häufiger. Gerade aus Vorarlberg und Tirol nutzen viele die Nähe zur Schweiz und zu Liechtenstein, um sich ein zweites Standbein aufzubauen. Das ist nicht ohne: Denn sobald du in zwei Ländern gleichzeitig arbeitest, greifen EU-Verordnungen, die bestimmen, wo du sozialversichert bist und welches Land Steuern erheben darf.
In diesem Guide erkläre ich dir Schritt für Schritt, was du als nebenberuflicher Grenzgänger beachten musst, wo die häufigsten Fehler passieren und wie du die Sache richtig aufgleist.
Was bedeutet „nebenberuflich Grenzgänger“ überhaupt?
Der Standardfall ist einfach: Du arbeitest ausschließlich in der Schweiz oder Liechtenstein und wohnst in Österreich. Sobald du gleichzeitig in Österreich beschäftigt bist, gelten andere Regeln.
Hier arbeitest du in zwei Ländern gleichzeitig. Das kann zum Beispiel so aussehen:
- Du hast einen Hauptjob in Österreich und nimmst zusätzlich eine Anstellung in der Schweiz an.
- Du bist bereits Grenzgänger in der Schweiz und übernimmst nebenberuflich eine Stelle in Österreich.
- Du bist in Österreich selbständig und nimmst einen Nebenjob in der Schweiz oder Liechtenstein an.
Jede dieser Konstellationen hat andere Auswirkungen auf deine Sozialversicherung, Krankenversicherung und Steuern. Genau das ist der Punkt, an dem viele Fehler passieren.