Längere Arbeitszeiten und weniger Urlaub
Die gesetzlichen Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche unterscheiden sich zwischen der Schweiz und Österreich deutlich. So hat die Schweiz laut OECD eine durchschnittliche Arbeitszeit von 1.532 Stunden pro Jahr, während diese in Österreich bei 1.432 Stunden liegt. Besonders Berufe in der Pflege, Medizin und im Handwerk haben häufig längere Arbeitszeiten als in Österreich.
Der gesetzliche Mindesturlaub in der Schweiz beträgt vier Wochen pro Jahr, also 20 Tage. Der gesetzliche Mindesturlaub in Österreich beträgt fünf Wochen, also 25 Tage. Mit steigender Dauer nach Dienstjahren, also nach 25 Jahren, liegt dieser sogar bei 6 Wochen (30 Urlaubstagen).
Die längeren Arbeitszeiten und die geringen Urlaubstage hängen damit zusammen, dass das Arbeitsrecht in der Schweiz weniger arbeitnehmerfreundlich gestaltet ist als in Österreich. Zudem hat Österreich mehr gesetzliche Feiertage als die Schweiz, was sich im Jahresverlauf klar bemerkbar macht. Gerade wenn man eine Familie mit kleinen Kindern hat und viel Zeit mit ihnen verbringen möchte, sollte man sich darüber Gedanken machen und die Urlaubsansprüche vorher mit dem Arbeitgeber klären.
Pendeln aus Vorarlberg und Tirol – Stau und Zeitaufwand an den Grenzübergängen
Die meisten Grenzgänger pendeln täglich zum Arbeiten in die Schweiz. Besonders zu Stoßzeiten sind einige Grenzübergänge stark belastet. Dazu zählen vor allem Feldkirch, Tisis, Lustenau Au und Höchst St. Margrethen. Die Zeit, die man hier im Stau verbringt, kann je nach Uhrzeit, Verkehrslage und saisonalen Belastungen stark variieren
Bürokratie als Grenzgänger: G-Ausweis, S1-Formular, Steuererklärung.
Als Grenzgänger gehört Bürokratie leider auch dazu. Das wichtigste Dokument dabei ist der sogenannte G-Ausweis. Er bestätigt, dass du in Österreich wohnst und in der Schweiz arbeitest. Ohne diese Bewilligung darfst du in der Schweiz nicht arbeiten. Häufig, jedoch nicht immer, übernimmt das der Arbeitgeber. Sonst muss man das beim jeweiligen Kanton, in dem man arbeitet, selbst beantragen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist das S1-Formular (ehemals E106). Dieses Dokument sorgt dafür, dass du trotz Schweizer Krankenversicherung weiterhin in Österreich medizinisch versorgt bist und umgekehrt. Die Schweizer bzw. österreichische Krankenkasse stellt das Formular aus, und du reichst es anschließend nach Behandlung im Nachbarland bei der Versicherung ein. Dadurch werden dir die Behandlungskosten erstattet.
Weil du dein Geld als Grenzgänger in der Schweiz verdienst, jedoch dein Einkommen nach dem Doppelbesteuerungsabkommen in Österreich versteuern musst, bist du dazu verpflichtet, am Ende des Jahres eine Einkommenssteuererklärung zu machen. Im Vergleich zu einem rein österreichischen Arbeitsverhältnis ist der organisatorische Aufwand damit höher. Als Grenzgänger muss man Unterlagen und Pflichten aus zwei Ländern gleichzeitig koordinieren, was definitiv aufwändig ist.
Fazit – Für wen lohnt sich das Arbeiten in der Schweiz?
Das Arbeiten als Grenzgänger in der Schweiz lohnt sich besonders für Menschen aus der Gesundheits-, Bau-, Ingenieur- und Elektrobranche. Diese suchen immer nach fachlich gut qualifizierten Mitarbeitern. Andere Branchen sind in der Schweiz selbstverständlich auch gefragt. Hier lohnt es sich, auf Jobportalen Ausschau zu halten.
Gerade wer jung ist, gutes Geld verdienen möchte und dabei auch bereit ist, gewisse Abstriche in der Work-Life-Balance zu machen, (weniger Urlaub, längere Arbeitszeiten und tägliches Pendeln), ist ideal geeignet für die Arbeit als Grenzgänger. Wenn du überlegst, in der Schweiz als Grenzgänger arbeiten zu wollen, solltest du dich vorher unbedingt zu allen Themen rund um Bürokratie, Steuern und Krankenversicherung beraten lassen, da es in diesem Bereich viele Stolpersteine gibt. So kann dich alleine die Wahl der falschen Krankenversicherung mehrere tausend Franken pro Jahr kosten. Gerne hilft dir unser Expertenteam in einem unserer zwei Büros in Rankweil und Dornbirn oder in einer Onlineberatung weiter.