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Pendlerpauschale und Pendlereuro für Grenzgänger

Wer aus Vorarlberg oder Tirol in die Schweiz pendelt, scheitert bei der Pendlerpauschale schon am ersten Schritt: Der Pendlerrechner des Finanzministeriums verweigert die Berechnung, sobald die Arbeitsstätte in St. Gallen, Buchs oder Vaduz liegt.

Viele geben an dieser Stelle auf. Bei 45 Kilometern einfacher Wegstrecke bleiben so 2.568 € Werbungskosten und 270 € Pendlereuro liegen, Jahr für Jahr.

Seit 2026 wiegt das schwerer als früher. Der Pendlereuro hat sich verdreifacht, von 2 € auf 6 € pro Kilometer und Jahr. Hier erfährst du, wie du beides trotz ausländischer Arbeitsstätte bekommst und welches Formular den Pendlerrechner ersetzt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Als Grenzgänger mit Wohnsitz in Österreich stehen dir Pendlerpauschale und Pendlereuro zu, obwohl du in der Schweiz oder in Liechtenstein arbeitest.
  • Der Pendlerrechner des BMF funktioniert nur, wenn Wohnadresse und Arbeitsstätte in Österreich liegen. Für dich gilt stattdessen das Formular L 33.
  • Der Pendlereuro beträgt ab 2026 jährlich 6 € pro Kilometer der einfachen Wegstrecke, bis 2025 waren es 2 €.
  • Die Fünfjahresfrist der freiwilligen Arbeitnehmerveranlagung ist für dich nicht der Weg, weil du zur Einkommensteuererklärung verpflichtet bist. Liegt schon ein Bescheid vor, bleibt dir ein Jahr ab Zustellung.

So solltest du vorgehen

  • Miss deine einfache Wegstrecke von der Haustür bis zum Werkstor, inklusive des Teils auf Schweizer Boden.
  • Prüfe die Fahrzeit mit Bus und Bahn: Liegt sie über 60 Minuten plus einer Minute pro Kilometer, greift die große Pendlerpauschale.
  • Fülle das Formular L 33 aus, trage die Beträge in deine Einkommensteuererklärung ein und hebe das Formular sieben Jahre auf.
  • Prüfe deine Altjahre nach dem Zustelldatum der Bescheide, nicht nach einer pauschalen Fünfjahresregel.

Bekommst du als Grenzgänger in die Schweiz die Pendlerpauschale?

Ja. Dein Lohn aus der Schweiz oder aus Liechtenstein fließt in deine österreichische Steuerbemessungsgrundlage ein. Österreichische Werbungskosten mindern diese Bemessungsgrundlage. Pendlerpauschale und Pendlereuro gehören dazu.

Der Mechanismus dahinter ist die Anrechnungsmethode. Die Schweiz zieht dir in der Regel die kantonale Quellensteuer vom Lohn ab, Liechtenstein behält 4 % ein. Österreich besteuert dein Welteinkommen und rechnet die im Ausland gezahlte Steuer an.

Weil Österreich dein Einkommen nach österreichischem Recht ermittelt, zählen auch nur österreichische Pauschalen. Eine schweizerische Fahrkostenpauschale in deiner Steuererklärung nützt dir nichts, die österreichische Pendlerpauschale schon.

Für den Anspruch selbst ist es unerheblich, ob Wohnung und Arbeitsstätte im Inland oder im Ausland liegen. Das halten die Lohnsteuerrichtlinien ausdrücklich fest.

🔍 Wann sich Pendlerpauschale und Pendlereuro bei dir auswirken:

  • Dein Lohn wird in Österreich besteuert, weil Hauptwohnsitz und Mittelpunkt der Lebensinteressen hier liegen.
  • Du gibst eine Einkommensteuererklärung ab, in der du beide Beträge einträgst.
  • Die einfache Wegstrecke beträgt mindestens 20 km (kleine Pendlerpauschale) oder mindestens 2 km (große Pendlerpauschale).
  • Öffentliche Verkehrsmittel sind dir zumutbar (kleine) oder unzumutbar (große Pendlerpauschale).

Eine Besonderheit betrifft das Verhältnis zur Schweiz: Eine eigene Grenzgängerregelung existiert im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und der Schweiz seit 2007 nicht mehr. Der frühere Sondersatz von 3 % wurde durch die Anrechnung ersetzt. Für deine Pendlerpauschale ändert das nichts, für deine Steuerlast schon.

Wie hoch sind Pendlerpauschale und Pendlereuro 2026?

Die kleine Pendlerpauschale startet bei 58 € monatlich, die große bei 31 € monatlich. Der Pendlereuro kommt als Absetzbetrag obendrauf und beträgt 6 € pro Kilometer und Jahr (§ 33 Abs. 5 Z 4 EStG).

Die kleine Pendlerpauschale gilt bei zumutbarer Verbindung mit Bus oder Bahn.

Einfache Wegstrecke

Monatlich

Jährlich

20 bis 40 km

58 €

696 €

über 40 bis 60 km

113 €

1.356 €

über 60 km

168 €

2.016 €

Die große Pendlerpauschale gilt bei unzumutbarer oder fehlender Öffi-Verbindung.

Einfache Wegstrecke

Monatlich

Jährlich

2 bis 20 km

31 €

372 €

über 20 bis 40 km

123 €

1.476 €

über 40 bis 60 km

214 €

2.568 €

über 60 km

306 €

3.672 €

Achte auf die Intervallgrenzen in § 16 Abs. 1 Z 6 EStG. Bei exakt 40 km bekommst du 123 € monatlich, bei 41 km bereits 214 €, ein einziger Kilometer bringt dir 1.092 € mehr im Jahr.

💡 Tipp: Rechne über die volle Strecke bis zur Arbeitsstätte, nicht nur bis zur Staatsgrenze. Das Bundesfinanzgericht hat für einen Feldkircher mit Arbeitsort Schweiz genau so gerechnet (GZ RV/1100424/2012).

Der Verkehrsabsetzbetrag von 496 € läuft zusätzlich über deine Veranlagung. Bei Anspruch auf Pendlerpauschale und einem Einkommen bis 15.069 € steigt er auf 853 €.

Verdienst du so wenig, dass keine Einkommensteuer anfällt, erstattet dir das Finanzamt einen Teil deiner Sozialversicherungsbeiträge (Werte 2026 laut USP).

Position

Höchstbetrag 2026

SV-Rückerstattung ohne Pendlerpauschale

496 €

SV-Rückerstattung mit Pendlerpauschale

750 €

SV-Bonus zusätzlich

804 €

Maximum mit Pendlerpauschale

1.554 €

Wie sich das auf dein Monatsbudget auswirkt, zeigt dir unser Brutto-Netto-Rechner für Grenzgänger.

Warum funktioniert der Pendlerrechner bei Arbeitsort Schweiz oder Liechtenstein nicht?

Der Pendlerrechner des BMF akzeptiert ausschließlich österreichische Adressen. Das Bundesministerium für Finanzen formuliert es in seinen FAQ zum Pendlerrechner unmissverständlich: Der Rechner ist nur nutzbar, wenn sich Wohnadresse und Arbeitsstätte innerhalb Österreichs befinden.

Für dich als Grenzgänger heißt das: Kein Ergebnis, kein Ausdruck, kein Formular L 34 EDV. Genau an dieser Hürde scheitern die Anträge.

§ 3 Abs. 7 der Pendlerverordnung sieht für diesen Fall ein Ersatzformular vor. Statt der Rechnerabfrage verwendest du das Formular L 33 und ermittelst die Strecke selbst.

Weil kein verbindliches Rechnerergebnis vorliegt, trägst du die Nachweislast für Streckenlänge und Zumutbarkeit. Halte Routenausdruck und Fahrplanauszug bereit, bevor du die Erklärung abgibst.

Wie füllst du das Formular L 33 richtig aus?

Das L 33 verlangt vier Angaben: die Adresse deiner Wohnung, die Adresse deiner Arbeitsstätte, die Wegstrecke getrennt nach Verkehrsmitteln und die Anzahl der Fahrten pro Monat. Den offiziellen Titel trägt es als Erklärung zur Berücksichtigung der Pendlerpauschale und des Pendlereuro.

📱 Schritt für Schritt zum ausgefüllten L 33:

  • Lade das Formular L 33 von der BMF-Formularseite herunter.
  • Trage die vollständige Auslandsadresse deiner Arbeitsstätte ein, inklusive Ort und Kanton.
  • Gib die einfache Wegstrecke in Kilometern an, aufgeteilt nach Fußweg, öffentlichem Verkehrsmittel und Pkw.
  • Begründe die Unzumutbarkeit konkret, etwa mit der Fahrzeit laut Fahrplan.
  • Trage die Anzahl der Fahrten pro Kalendermonat ein und unterschreibe.
  • Übertrage die Beträge in deine Steuererklärung und lege das Formular zu deinen Unterlagen.

Ein Schweizer oder liechtensteinischer Arbeitgeber führt kein österreichisches Lohnkonto. Das L 33 wandert deshalb nicht zum Arbeitgeber, sondern in deine eigene Ablage.

⚠️ Achtung: Für die Steuererklärung gilt das Belegprinzip. Lade das L 33 nicht ungefragt hoch, sondern hebe es sieben Jahre auf und reiche es nach, wenn das Finanzamt ein Ergänzungsersuchen schickt.

Die Fahrzeit für die Unzumutbarkeit belegst du mit einem Fahrplanauszug der ÖBB, des Verkehrsverbunds Vorarlberg oder der SBB. Drucke die Verbindung zu deinem Schichtbeginn aus, nicht zur Tagesmitte. Wenn dir das zu heikel wird, hilft dir unsere Grenzgänger-Beratung beim Ausfüllen.

Wann steht dir die große statt die kleine Pendlerpauschale zu?

Die große Pendlerpauschale bekommst du, wenn die Fahrt mit Bus und Bahn länger dauert als 60 Minuten plus eine Minute pro Kilometer, gedeckelt bei 120 Minuten. Bei 45 km Wegstrecke liegt deine Höchstdauer bei 105 Minuten.

Einfache Wegstrecke

Zumutbare Höchstdauer mit Öffis

20 km

80 Minuten

40 km

100 Minuten

60 km und mehr

120 Minuten

Die Fahrzeit ist nicht der einzige Weg. § 2 der Pendlerverordnung nennt zwei weitere Gründe für Unzumutbarkeit: Auf mindestens der halben Strecke fährt kein öffentliches Verkehrsmittel, oder du hast einen Ausweis nach § 29b StVO.

Gerechnet wird die gesamte Wegzeit, nicht die reine Fahrt im Zug. Gehzeiten zur Haltestelle, Wartezeiten und Umsteigezeiten zählen mit. Wer über die Grenze mehrfach umsteigt, überschreitet die Höchstdauer früher, als die Fahrplanminuten vermuten lassen.

Für Grenzgänger zählt auch der frühe Schichtbeginn. Fährt zu deiner Arbeitszeit gar kein öffentliches Verkehrsmittel, gilt die Strecke als unzumutbar und du bekommst die große Pendlerpauschale.

💡 Tipp: Wartezeiten an Grenzübergängen wie Höchst, Lustenau-Au oder Tisis erhöhen zwar deine Pkw-Fahrzeit, begründen aber allein noch keine Unzumutbarkeit. Für die Zumutbarkeit zählt die Fahrzeit mit dem öffentlichen Verkehrsmittel.

Wie wirken sich Homeoffice und Teilzeit auf deine Pendlerpauschale aus?

Jeder Homeoffice-Tag fehlt dir bei der Pendlertage-Zählung, Urlaubs-, Krankenstands- und Feiertage zählen weiter mit (§ 16 Abs. 1 Z 6 lit. h EStG). Das Finanzamt kürzt deine Pendlerpauschale nach der Drittelregelung der WKO-Lohnverrechnung.

Fahrten zur Arbeitsstätte pro Monat

Anteil Pendlerpauschale und Pendlereuro

11 Tage und mehr

voller Betrag

8 bis 10 Tage

zwei Drittel

4 bis 7 Tage

ein Drittel

weniger als 4 Tage

kein Anspruch

Der Pendlereuro wird im selben Ausmaß gekürzt, weil § 33 Abs. 5 Z 4 EStG auf die Drittelregelung verweist. Bei zwei Homeoffice-Tagen pro Woche kommst du in einer Fünftagewoche häufig noch auf mehr als elf Fahrten und behältst den vollen Betrag.

Gezählt wird der einzelne Kalendermonat, nicht der Wochenschnitt. Ein Monat mit vielen Feiertagen oder geblocktem Homeoffice kann deshalb aus der Reihe fallen.

⚠️ Achtung: Drei Homeoffice-Tage pro Woche drücken dich auf rund neun Fahrten und auf zwei Drittel. Bei 214 € monatlich sind das 856 € weniger im Jahr.

Für dich als Grenzgänger greift ein zweites Regelwerk. Ohne Antrag wechselt deine Sozialversicherung ab 25 % Homeoffice von der Schweiz nach Österreich, mit einer A1-Bescheinigung nach der multilateralen Telearbeits-Rahmenvereinbarung sind bis zu 49,9 % möglich. Die Details stehen im Ratgeber zum Homeoffice für Grenzgänger aus Österreich.

Was passiert, wenn dein Schweizer Arbeitgeber Auto oder Öffi-Abo zahlt?

Ein Firmenwagen für den Arbeitsweg streicht Pendlerpauschale und Pendlereuro vollständig, ein bezahltes Öffi-Abo kürzt nur die Pendlerpauschale. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob dein Arbeitgeber in Bregenz oder in Zürich sitzt.

Beim Firmenwagen kommt es auf die Überlassung an. Steht dir das Fahrzeug für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung, entfällt der Anspruch seit 1.5.2013 komplett. Ein reines Poolfahrzeug ohne Heimfahrterlaubnis schadet nicht, wie der Beitrag zum Firmenwagen als Grenzgänger zeigt.

Beim Öffi-Ticket rechnet das Finanzamt anders. Es zieht den Wert des vom Arbeitgeber bezahlten Tickets von deiner Pendlerpauschale ab, der Pendlereuro bleibt für die gesamte Strecke ungekürzt bestehen.

📁 Diese Nachweise verlangt das Finanzamt zum Fahrzeug und zum Ticket:

  • Bestätigung deines Arbeitgebers, dass dir kein Fahrzeug für den Arbeitsweg zur Verfügung steht
  • Abrechnung eines vom Arbeitgeber bezahlten Öffi-Abos mit ausgewiesenem Wert
  • Lohnausweis mit den ausgewiesenen Sachbezügen

Bei einem Schweizer Abo lohnt eine Einzelfallprüfung. Ob es unter die österreichische Öffi-Ticket-Regelung fällt, hängt vom Geltungsbereich des Abos ab.

Wie viel bringt dir die Pendlerpauschale im Zusammenspiel mit der Quellensteuer?

Die Pendlerpauschale senkt deine Bemessungsgrundlage und wirkt mit deinem Grenzsteuersatz, der Pendlereuro senkt die Steuer selbst Euro für Euro. Die angerechnete ausländische Quellensteuer greift erst danach an der Reststeuer, alle drei Effekte addieren sich.

Markus wohnt in Dornbirn und arbeitet als Anlagentechniker in St. Gallen. Seine Zugverbindung zur Frühschicht liegt über der zumutbaren Höchstdauer, er bekommt deshalb die große Pendlerpauschale.

Position

Wert

Wohnort

Dornbirn

Arbeitsstätte

St. Gallen

Einfache Wegstrecke

45 km

Öffi-Fahrzeit / zumutbare Höchstdauer

115 / 105 Minuten

Große Pendlerpauschale (über 40 bis 60 km)

214 € monatlich, 2.568 € jährlich

Steuerersparnis Pauschale bei 40 % Grenzsteuersatz

1.027 €

Pendlereuro (45 km × 6 €), wirkt als Absetzbetrag

270 €

Gesamtvorteil pro Jahr

rund 1.297 €

Nach altem Recht hätte Markus 90 € Pendlereuro bekommen. Die Erhöhung 2026 bringt ihm 180 € zusätzlich, ohne dass er einen Kilometer mehr fährt.

Wie viel dir am Ende angerechnet wird, hängt vom Kanton ab. Die Sätze und den Ablauf zeigt der Ratgeber zur Quellensteuer in der Schweiz, für Vaduz oder Schaan der Beitrag zur Quellensteuer in Liechtenstein.

Ich rate dir, den Effekt einmal komplett durchzurechnen. Wer wissen will, was vom Schweizer Lohn übrig bleibt, sollte Pendlerpauschale und Pendlereuro von Anfang an mitkalkulieren.

Was gilt für Wochenaufenthalter statt für Tagespendler?

Wochenaufenthalter verlieren den Anspruch nicht, sie rechnen mit einer anderen Strecke. Nach § 16 Abs. 1 Z 6 lit. f EStG ist bei mehreren Wohnsitzen entweder der zur Arbeitsstätte nächstgelegene Wohnsitz oder der Familienwohnsitz heranzuziehen, pro Kalendermonat nur einer.

In der Rechnung bleibt davon oft wenig übrig. Wer ein Zimmer im Stadtgebiet von St. Gallen bewohnt, kommt auf wenige Kilometer, und bei zumutbarer Öffi-Verbindung entsteht daraus kein Anspruch.

Machst du Familienheimfahrten als Werbungskosten geltend, steht dir für die lange Strecke vom Familienwohnsitz zur Arbeitsstätte keine Pendlerpauschale zu. Die Pauschale für die kurze Strecke ab der Zweitunterkunft bleibt daneben möglich.

Wochenaufenthalter setzen stattdessen ab:

  • Kosten der Zweitunterkunft am Arbeitsort, begrenzt auf eine zweckentsprechende Wohnung für eine Person
  • Familienheimfahrten, gedeckelt mit 306 € pro Monat der auswärtigen Tätigkeit (§ 20 Abs. 1 Z 2 lit. e EStG)
  • Voraussetzung ist die Unzumutbarkeit der täglichen Rückkehr, die die Verwaltungspraxis ab rund 80 km und mehr als einer Stunde Fahrzeit annimmt

Verpflegungskosten gehören nicht dazu. Der Arbeitsort wird zum Mittelpunkt deiner Tätigkeit, Taggelder kommen nur in einer Anfangsphase von fünf Tagen infrage. Ob du täglich zurückkehrst, wirkt sich auch auf deinen Bewilligungstyp aus, wie der Ratgeber zum Thema Grenzgängerbewilligung beantragen zeigt.

Kannst du Pendlerpauschale und Pendlereuro rückwirkend holen?

Die verbreitete Fünfjahresfrist gilt für dich nicht. Sie stammt aus § 41 Abs. 2 EStG und betrifft die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung. Als Grenzgänger ohne österreichischen Lohnsteuerabzug bist du nach § 42 Abs. 1 Z 3 EStG zur Abgabe verpflichtet.

Was für dich gilt, hängt am Bescheid. Ohne Bescheid entscheidet die Verjährung, mit Bescheid eine deutlich kürzere Frist.

Ausgangslage

Weg und Frist

Für das Jahr wurde nie eine Erklärung abgegeben

Nachreichen, solange keine Bemessungsverjährung eingetreten ist: 5 Jahre ab Ende des Jahres, verlängerbar um je ein Jahr durch Amtshandlungen, höchstens jedoch 10 Jahre

Bescheid liegt vor, Zustellung unter 1 Monat her

Beschwerde nach § 243 BAO

Bescheid liegt vor, Zustellung unter 1 Jahr her

Antrag auf Aufhebung nach § 299 BAO

Bescheid älter als 1 Jahr

Die Pendlerpauschale ist für dieses Jahr in aller Regel verloren

Eine Wiederaufnahme nach § 303 BAO hilft dir hier nicht. Das Bundesfinanzgericht wertet eine vergessene Pendlerpauschale nicht als neu hervorgekommene Tatsache, weil du den Sachverhalt selbst kanntest.

⚠️ Achtung: Prüfe zuerst das Zustelldatum auf deinen Einkommensteuerbescheiden. Wer sich auf die Fünfjahresregel verlässt, verliert die Jahre zwei bis fünf endgültig.

Die Nachjahre rechnest du mit den damals gültigen Werten. Der Pendlereuro von 6 € gilt erst ab 2026, für 2021 bis 2025 setzt du 2 € pro Kilometer und Jahr an.

Von Mai 2022 bis Juni 2023 kam vorübergehend ein zusätzlicher Pendlereuro von 0,50 € pro Kilometer und Monat dazu. In diesen 14 Monaten kommst du auf rund 0,67 € pro Kilometer und Monat statt auf 0,17 €.

Für jedes Jahr gibst du eine eigene Erklärung ab, das Formular E 1 mit der Beilage L 1i für Auslandseinkünfte. Wie die Nachreichung abläuft, erklärt der Ratgeber zur Arbeitnehmerveranlagung als Grenzgänger.

🔍 Was du als Grenzgänger sonst noch beachten solltest:

  • Abgabefrist: 30. April in Papierform, 30. Juni über FinanzOnline
  • Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu vier Terminen: 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November
  • Herabsetzungsantrag bei Einkommensrückgang bis 30. September möglich

Aus meiner Beratungspraxis sehe ich immer wieder denselben Fehler: Grenzgänger verlassen sich auf die Fünfjahresregel aus allgemeinen Ratgebern und verlieren dadurch Altjahre. Wenn du dir unsicher bist, schau dir unser Team an und melde dich für eine Durchsicht deiner Bescheide.

Fazit

Pendlerpauschale und Pendlereuro stehen dir als Grenzgänger genauso zu wie einem Pendler innerhalb Österreichs. Der Unterschied liegt im Nachweisweg: Statt des Pendlerrechners nutzt du das Formular L 33 und rechnest die volle Strecke bis zur Arbeitsstätte.

Der Sprung des Pendlereuro auf 6 € pro Kilometer macht die Beantragung 2026 attraktiver als früher. Lange Strecken über die Grenze profitieren überproportional, weil der Pendlereuro linear mit jedem Kilometer wächst.

Prüfe zuerst deine Öffi-Fahrzeit, denn zwischen kleiner und großer Pendlerpauschale liegen bei 45 km jährlich 1.212 €. Und sieh dir das Zustelldatum deiner Altbescheide an, bevor die Jahresfrist des § 299 BAO abläuft.

FAQ: Pendlerpauschale und Pendlereuro für Grenzgänger

Bekomme ich die Pendlerpauschale, obwohl mein Arbeitgeber in der Schweiz sitzt?

Ja, weil dein Schweizer Lohn in Österreich besteuert wird und österreichische Werbungskosten die Bemessungsgrundlage mindern. Du machst Pendlerpauschale und Pendlereuro über deine Einkommensteuererklärung geltend, nicht über die Schweizer Lohnabrechnung. Dein Schweizer Arbeitgeber ist an diesem Vorgang nicht beteiligt.

Zählt die Wegstrecke bis zur Grenze oder bis zur Arbeitsstätte?

Es zählt die gesamte einfache Wegstrecke von deiner Wohnung bis zur Arbeitsstätte, auch der Teil auf Schweizer oder liechtensteinischem Gebiet. § 16 Abs. 1 Z 6 EStG kennt keine territoriale Einschränkung. Bei 15 km bis zur Grenze und 30 km danach rechnest du mit 45 km und kommst auf 270 € Pendlereuro.

Was mache ich, wenn der Pendlerrechner meine Arbeitsstätte nicht annimmt?

Nutze das Formular L 33, das § 3 Abs. 7 der Pendlerverordnung für genau diesen Fall vorsieht. Du trägst Wegstrecke, Verkehrsmittel und Fahrtanzahl selbst ein und überträgst die Beträge in deine Erklärung. Das Formular selbst hebst du sieben Jahre auf und legst es nur auf Aufforderung vor.

Wie viel bringt mir der erhöhte Pendlereuro ab 2026?

Der Pendlereuro verdreifacht sich von 2 € auf 6 € pro Kilometer und Jahr. Bei 30 km steigt er von 60 € auf 180 €, bei 60 km von 120 € auf 360 €. Als Absetzbetrag mindert er deine Steuer Euro für Euro, nicht nur die Bemessungsgrundlage.

Wie viele Homeoffice-Tage kosten mich die Pendlerpauschale?

Bei zwei Homeoffice-Tagen pro Woche kommst du in einer Fünftagewoche häufig noch auf mehr als elf Fahrten und behältst den vollen Betrag. Ab drei Tagen rutschst du auf etwa neun Fahrten und bekommst zwei Drittel. Gezählt wird der einzelne Kalendermonat, Urlaubs-, Krankenstands- und Feiertage zählen mit.

Bekomme ich die Pendlerpauschale auch als Wochenaufenthalter?

Der Anspruch entfällt nicht, er bemisst sich nach dem Wohnsitz, der der Arbeitsstätte am nächsten liegt. Bei einem Zimmer am Arbeitsort bleiben davon wenige Kilometer, die bei zumutbarer Öffi-Verbindung keine Pauschale ergeben. Stattdessen setzt du doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten ab.

Kann ich die Pendlerpauschale fünf Jahre rückwirkend beantragen?

Nein, die Fünfjahresfrist des § 41 Abs. 2 EStG betrifft nur die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung. Liegt für ein Jahr schon ein Bescheid vor, gilt die Jahresfrist des § 299 BAO ab Zustellung. Fehlt die Erklärung ganz, greift die fünfjährige Bemessungsverjährung der BAO.

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Veröffentlicht von Florian Siebel

Geschäftsführer & Grenzgänger-Spezialist
Florian steht für präzise, rechtlich saubere Beratung und faire Lösungen. Mit viel Erfahrung und klarer Struktur bringt er Sicherheit in jedes Grenzgänger-Thema.

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