Wie rechnet Österreich die Schweizer Quellensteuer an?
Österreich rechnet die in der Schweiz gezahlte Quellensteuer auf deine österreichische Einkommensteuer an, höchstens bis zur österreichischen Steuer auf diese Einkünfte. Du zahlst also nur die Differenz zwischen beiden Beträgen.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel macht das Prinzip klar:
- Deine österreichische Einkommensteuer beträgt 20.000 €
- In der Schweiz hast du bereits 5.000 € Quellensteuer gezahlt
- In Österreich zahlst du noch die Differenz von 15.000 €
- Deine Gesamtsteuer bleibt bei 20.000 €
Am Ende bestimmt das österreichische Steuerrecht deine Gesamtbelastung, weil die Schweizer Quellensteuer angerechnet wird. Kleinere Abweichungen sind möglich, etwa durch unterschiedliche Abzüge oder den Wechselkurs. Wie die Quellensteuer in der Schweiz berechnet wird, liest du im Ratgeber zur Quellensteuer in der Schweiz.
Warum bekommst du in Österreich häufig eine Nachzahlung?
In Österreich folgt bei vielen Grenzgängern eine Nachzahlung, weil der österreichische Einkommensteuertarif höher liegt als die Schweizer Quellensteuer. Ob und wie hoch sie ausfällt, hängt von deinem Einkommen und deinen Steuerabzügen ab.
Diese Punkte solltest du einplanen:
- Der österreichische Tarif steigt progressiv, ab rund 13.500 € Jahreseinkommen bis 55 %
- Die niedrigere Schweizer Quellensteuer deckt diesen Satz oft nicht ab
- Nach der ersten Veranlagung schreibt dir das Finanzamt vierteljährliche Vorauszahlungen vor
- Die Vorauszahlungen sind am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig
Zur Veranschaulichung: Thomas aus Dornbirn arbeitet in St. Gallen und hat im ersten Jahr keine Rücklage gebildet. Seine Nachzahlung plus die erste Vorauszahlung kamen dann auf einen Schlag. Wer von Beginn an Geld zur Seite legt, umgeht diese Falle.